Eine kleine Stadtgeschichte

Kurz nachdem Reutlingen in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts zur Reichsstadt erhoben worden war, hatte es eine harte Probe zu bestehen. Als staufisch-kaisertreue Stadt wurde es im Jahr 1247 von den Truppen des Heinrich Raspe, dem Gegenkönig zu Konrad IV., belagert. Die schwer bedrängten Bürger sollen damals gelobt haben, ihrer Beschützerin, der Jungfrau Maria, nach der Vertreibung der Feinde eine „herrliche Kapelle innerhalb der Mauern zu errichten". Dieses Gelübde hatte für Reutlingen seinen besonderen Sinn, besaß doch die Stadt bis dahin keine Kirche innerhalb ihren Mauern.
Die alte Pfarrkirche lag außerhalb beim Friedhof. – Die Feinde wurden in die Flucht geschlagen und noch im gleichen Jahr wurde den Chroniken zufolge mit den Bauarbeiten begonnen. Knapp einhundert Jahre später, im Jahr 1343, konnte die fertige Kirche geweiht werden. Ihrem kirchlichen Rang nach war sie zunächst nur eine Kapelle. Erst im Zuge der Reformation wurde sie entsprechend ihrer imposanten Erscheinung zur „Stadtkirche", nachdem die Reutlinger im Zuge ihres Gelübdes eine große Pfarrkirche gebaut hatten, die ganz das Werk eigener Initiative war.
Heute ist die Marienkirche, die im Jahr 1988 in den Rang eines nationalen Kulturdenkmals erhoben wurde, das Wahrzeichen Reutlingens. Eigentümer der Marienkirche ist die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Reutlingen. Sie allein trägt bis heute die Last für die laufend erforderlichen Restauratoren‑, Steinmetz‑, Maler‑, Architektentätigkeiten etc.
Damit die Marienkirche in ihrer baulichen Substanz innen und außen für die Nachwelt erhalten werden kann, möchte die Stiftung Marienkirche Reutlingen einen Beitrag zum baulichen Erhalt der Marienkirche leisten.Im Herbst 2005 wurde die gemeinnützige Stiftung Marienkirche Reutlingen ins Leben gerufen. Als eine Unterstiftung der Bürgerstiftung Reutlingen verfolgt sie nach dem Motto
"Erhaltet die Marienkirche"
den Zweck, einen Beitrag zum baulichen Erhalt der Marienkirche als nationales Kulturdenkmal und als Wahrzeichen Reutlingens zu leisten.



